Agnes von Hohenstaufen - Unsere Namensgeberin

Um 1070 Erbauung der Burg auf dem Hohenstaufen.

Von Ende 1072 bis zum 24.09.1143 lebte die Tochter des Salierkaisers Heinrich IV. und sie heiratete Friedrich I. von Schwaben, womit die Königswürde von den Saliern auf die Staufer überging. Sie wird die Stammmutter der Staufer. Friedrich Barbarossa, der erste Stauferkaiser, ist ihr Enkel.

Zur Belohnung für treue Dienste erhält im Jahre 1079 Friedrich von Staufen (*1047 +1105) das Herzogtum Schwaben als Lehen und verlobt sich am 14. März 1079 mit Agnes von Waiblingen, der (erst siebenjährigen) Tochter von Kaiser HEINRICH IV. und begründet damit den späteren Anspruch der STAUFER auf das deutsche Königtum. Friedrich hatte nämlich den von der Kirche gebannten Kaiser 1077 auf seinem berühmten Gang nach Canossa begleitet.

Nach der Legende verlor Agnes auf der Jagd ihren Trauring. Am Fundort wurde die Kapelle "Herzogin Agnes" errichtet und später die Stadt Gmünd gegründet. Auf den Grundmauern der Kapelle steht heute die Johanneskirche.

Die Ehe der jungen Agnes wurde 1086 (nun war sie14) vollzogen. Ihr entstammten der nachfolgende Herzog Friedrich II. der Einäugige, der künftige König KONRAD III. und eine Tochter.

Der 1106 geschlossenen zweiten Ehe mit dem BABENBERGER Leopold III. von Österreich schreibt die Überlieferung 18 Kinder zu, und das innerhalb von zwölf Jahren (vom 34. bis zum 46. Lebensjahr der Mutter). Dies lässt vermuten, dass einige dieser Nachkommen der ersten Ehe zuzurechnen sind. Für die dynastische Frage spielt das keine große Rolle, wichtiger ist die durch Agnes begründete Verwandtschaft der BABENBERGER und der STAUFER, die durch den staufischen Sohn BARBAROSSA politisch und den babenbergischen Sohn Otto von Freising für die Geschichtsschreibung bedeutsam wurde.

Bemerkenswert sind die 21 Kinder der Agnes, weil dies ein Licht auf die Frauenschicksale der Zeit wirft. Wie die Lebensdaten vieler jung verstorbener Frauen belegen, so zeigt auch diese Zahl, dass der weibliche Hauptaufenthalt - und oft auch der letzte - das Wochenbett war. Agnes muss von unverwüstlicher Gesundheit gewesen sein - sie erreichte ein Alter von über 70 Jahren. Zwar sorgte ihre hohe Stellung für zeitgemäßen Komfort und Bedienstete, doch die medizinischen Risiken von Schwangerschaft und Geburt waren enorm. Hinzu kam die psychische Belastung durch den Tod vieler Kinder - mehr als die Hälfte verlor Agnes noch vor dem eigenen Ende. Gemildert wurde dies durch einen unerschütterlichen Jenseitsglauben.

Agnes stiftete auch das Kloster Lorch, wo sich die Grablege der Staufer und auch das Rundbild des Künstlers Hans Kloss befindet, welches im Kapitelsaal auf 30 m Länge und 4,50 m Höhe die Geschichte der Staufer darstellt. Agnes von Hohenstaufen war eine gebildete und emanzipierte Frau, die Staufer waren Förderer der Wissenschaften, religiöser Toleranz und des Europa-Gedankens.

Agnes von Hohenstaufen aus dem Schwäbisch Gmünder Epos von Hans Kloss