Ben Salomo über Antisemitismus- Diskriminierung raubt Freiheit

Unter dem Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ fand die, von der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung unterstützte Veranstaltung, an der Agnes-von-Hohenstaufen-Schule statt. Ben Salomo langjähriger Rap-Szene Insider, Hip-Hop-Aktivist und Macher und Host von „Rap am Mittwoch“ berichtete den Schülerinnen und Schülern von Antisemitismus Problemen im Deutschrap sowie alten Vorurteilen in neuem Gewand, mit denen sich Juden auch 70 Jahre nach dem Nationalsozialismus in ihrem Alltag konfrontiert sehen müssen.

Ben Salomo wurde 1977 unter dem bürgerlichen Namen Jonathan Kalmanovich in der israelischen Stadt Rechovot geboren. Im Alter von vier Jahren siedelte er gemeinsam mit seinen Eltern in das damalige West-Berlin um. 1997 begann er, Hip-Hop-Musik zu machen. Für sein Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus wurde ihm 2018 das Robert-Goldmann-Stipendium verliehen.

Für den Rapper bedeutet Freiheit, frei sein von Diskriminierung, wohingegen Diskriminierung Freiheit raubt.

Anhand von Bildern und Videos zeigte Salomo schonungslos den Antisemitismus in der Rap-Branche auf. Judenhass und Hetzkampagnen werden dort offen zur Schau gestellt. Der Rap sei ein Spiegelbild der Gesellschaft und habe einen einfachen Zugang in die Zimmer der Kinder und Jugendlichen, das mache ihn gefährlich, so der gebürtige Israeli.

Besonders beeindruckend waren die Berichte aus seinem eigenen, direkten Erfahrungsschatz. Auf die Schülerfrage, was seine schlimmste Erfahrung gewesen sei, schilderte Ben Salomo die Begebenheit auf einer Party, zu der er, gerade volljährig geworden, eingeladen war. Er wurde gefragt, ob er die „Jüdische Hymne“ kenne, was er verneinte, weil es nur ein israelische Hymne gibt. Daraufhin zog sein Gegenüber ein Feuerzeug aus der Tasche und ließ unter Ben Salomos Nase Gas ausströmen. Ein eindeutiger Hinweis auf den Holocaust, bei dem ungefähr 6 Millionen Juden, meist durch Vergasung, getötet wurden.

 

Die AvH bedankt sich bei Ben Salomo für seine offenen Worte und Frau Dr. Julia Frank für die Vermittlung und Organisation des Nachmittags.

 

 

 

Ben Salomo berichtete von seinen Antisemitismus-Erfahrungen
Gespannt lauschten die Schüler*innen der Agnes-von-Hohenstaufen-Schule dem Rapper Ben Salomo